NEWS-Ticker: Laikipia-Plateau – Nakuru – Lake Elmentaita – Lake Naivasha – Schneck und Besatzung wohlauf
Im Licht der Taschenlampe schälen sich zwei rundliche Formen aus dem Grau. Die beiden halbstarken Flusspferde haben den Lake Naivasha zum nächtlichen Grasen verlassen und stehen jetzt zwischen meterhohem Papyrus und dem Elektrozaun des Campingplatzes. Irgendwie sehen sie aus als müßten sie Happy Hippo und Hubba Bubba heißen, wie sie sich auf ihren kurzen Beinen langsam und lautlos über das Gras bewegen.
Vor einer Stunde ging es weniger lautlos zu, als die Alttiere noch im flachen Wasser zwischen Booten und Seerosen stehend sich mit lauten Rufen und Grunzlauten verständigten. Jetzt platscht es vernehmlich im Papyrus, einige Gänse schimpfen in ihrem Schlaf gestört vor sich hin und ein riesiges Hippo bricht durch die dichte Vegetation. Kurz darauf hören wir nur noch ein leises Schnaufen und das regelmäßige rupf-rupf eines glücklich grasenden Hippos. Unsere Augen tun sich schwer im schwachen Mondlicht etwas zu erkennen, obwohl das Tier kaum fünf Meter von uns entfernt ist, also kommt wieder die Taschenlampe zum Einsatz. Das macht den Großvater aller Flusspferde aber nervös, und mit einer raschen Wendung und etwas Anlauf springt er aus vollem Lauf ins wieder ins Wasser. Ein gewaltiger Platsch ist zu hören, als würde Obelix den See leeren, dann ist er spurlos verschwunden.
Das nächtliche Erlebnis ist der Höhepunkt unseres Zwischenstopps am Lake Naivasha, aber nicht das einzige beeindruckende Erlebnis an diesem Frischwassersee im Rift Valley: Noch vor der Dämmerung, als wir mit unserem Tee gemütlich vor dem Schneck saßen schwebten an die dreißig Marabus auf dem Platz ein und untersuchten die Mülltonnen auf Eßbares. Wir kennen Hunde, Krähen und Paviane, die Mülltonnen plündern – Marabus sind wir auf diese Art noch nie begegnet. Die großen greisenhaft wirkenden Vögel, die sich mit würdevollem Staksen vorwärtsbewegen haben mit den offenen, flachen Fässern leichtes Spiel, und lassen sich zur Freude der Kinder aus nächster Nähe beobachten. Jetzt, im ersten Licht des Morgens, rückt die Mülltonnenkontrolle soeben erneut an…
Montag, 15. November 2010
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