NEWS-Ticker: Fahrt über Isiolo zum Mount Kenya – Wanderung in 2500m Höhe bei wechselhaftem Wetter – Nashörner am Wegesrand – Thomas Falls
Der zweithöchste Berg Kenias hüllt sich in dichte Wolken, so dass alles über dem Hochplateau auf dem wir uns befinden verborgen bleibt. Nur früh am Morgen sieht man den schneebedeckten Gipfel vor blauem Himmel aufragen.
Wir haben zwei Nächte auf der Timau River Lodge in 2500m Höhe verbracht und eine schöne Wanderung zu einer Forellenfarm unternommen. Die Kids durften die Forellen füttern und bestanden beim anschließenden Verzehr darauf, dass sie ihr Essen selbst gefüttert hätten. Überall in den Gärten blühen Agapanthus und Anthurien und viele uns unbekannte Pflanzen, und die hohen Bleistiftzedern duften in der feuchten Luft ganz herrlich.
Der Besitzer der Lodge, einer der vielen indischstämmigen Kenianer, hat uns mit vielen Tipps und guten Wünschen auf die Weiterreise geschickt und so nehmen wir eine Abkürzung, die weder auf der Karte noch im GPS verzeichnet ist und fahren fast 25 km entlang des Zauns einer großen Wildfarm. Und tatsächlich: Neben Wasserbüffeln, Oryxantilopen, Impalas, Warzenschweinen und Kronenkranichen grasen Nashörner keine 100m von uns entfernt. Guido klettert für ein optimales Bestimmungsfoto auf das Dach des Schnecks und dann steht es fest: Spitzmaulnashörner. Wir sind alle ganz verzaubert wie ruhig und friedlich diese grauen Riesen wirken. Eines schaut lange und gründlich unseren Schneck an – Nashörner sind kurzsichtig. Was mag es über das rote Ungetüm hinter dem Elektrozaun denken?
Am Spätnachmittag erreichen wir auf einer fürchterlich schlechten Straße die Wasserfälle bei Nyahururu, die auch als Thomas Falls bekannt sind. Über 70m tief stürzt hier der Fluß in eine Schlucht, in die wir über unzählige Stufen hinunterklettern. Die Vegetation erinnert in ihrer Üppigkeit an einen Regenwald – ein starker Kontrast zu den riesigen Stoppelfeldern und trockenen Weiden des Laikipiaplateaus über das wir heute gefahren sind. Wir schaffen es gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit wieder nach oben und setzen uns bei Kerzenschein zum Abendessen. Gemüse, nörgelt Fabian angesichts des Weißkohls und nimmt dann doch einen Nachschlag - klettern macht eben hungrig. Morgen werden wir sicher alle über Muskelkater klagen!
Montag, 15. November 2010
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