Samstag, 27. November 2010

Der Mann mit der Harpune kommt immer gegen Mittag. Heute hat er einige Red Snapper, einen veritablen Oktopus, zwei Green Mullet (oder wie schreibt man das?), einen Lemon Fish und einen leuchtend roten Fisch, dessen Suahelinamen wir unaussprechlich finden im Angebot. Dann packt er ein Stoffbündel aus: Vorsicht! sagt er, als die große Languste ihre Fühler ausstreckt. Ihr Körper ist fast schwarz mit unzähligen winzigen bunten Punkten, so dass sie beinah wie ein funkelnder Sternenhimmel aussieht. Leider haben wir keinen Topf, der groß genug wäre – und so verhandelt Guido über zwei große Fische für den Grill. Wir schwelgen seit Tagen in gegrilltem Fisch und einer reichen Auswahl an exotischen Früchten, die die einheimischen Händler in Bastkörben auf ihren Fahrrädern transportieren. Nur der Mann mit der Harpune hat keinen Bastkorb, sondern trägt seinen Fang an Grashalmen in der rechten und die Waffe malerisch in der linken Hand.


Wer jetzt noch nicht neidisch genug ist: Wir sind praktisch allein auf dem Campingplatz am Tiwi Beach, nur gelegentlich lässt sich ein dauerhaft bekifftes Schweizer Pärchen neben uns nieder (the good Malawi stuff wird hier ebenfalls angeboten) und Palmen, türkisblaues Meer und weißer Strand würden gut in die Barcadiwerbung passen. Der Mann, der uns das Feuerholz und die Holzkohle bringt beschwert sich über die ungewöhnliche Hitze für November, aber wir sind bei ca. 30 Grad im Schatten äußerst glücklich. Die Kids üben das Erklimmen der Kokospalmen und sind stundenlang im extrem flachen Wasser unterwegs, wo sie keiner Aufsicht bedürfen oder sammeln Muscheln und Schneckenhäuser.

Wir werden noch ein paar Tage hier bleiben, bevor wir uns Richtung Tanzania aufmachen, um unsere Partnerkirchengemeinde dort aufzusuchen und die Gotteskiste, wie Guido sie nennt, abzuliefern.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen