Sonntag, 24. Oktober 2010

Der Mussolinitunnel ist gesperrt – von 7 Uhr bis 11 Uhr 30 ist construction time , es ist aber 7.15.Uhr und wir haben die Wahl zwischen stundenlanger Warterei und einer Umleitung über die alte Straße. Natürlich probieren wir die alte Straße und nach der ersten kniffligen halben Stunde mit wirklich schlechtem Straßenzustand erreichen wir eine besser fahrbare gravel road (eine unübersetzbare Vokabel, denn mit Schotter haben diese Pisten wenig zu tun) und der Schneck erklimmt die Höhenmeter wieder schneller. Dann an einer schmalen steilen Stelle vor einer scharfen Linkskurve eine afrikanische Baustellenampel: Der freundliche Junge hebt eine handbeschriebene grüne Tafel mit der Botschaft go hoch und winkt dann aufgeregt seinem Kumpel oberhalb der Kurve zu, der mit einer entsprechenden rot bemalten stop-Tafel einen von oben kommenden Landrover anhält.


Eine Stunde später hat uns die Teerstraße wieder – nicht dass die so gut wäre dass wir schneller vorankämen, schließlich handelt es sich um eine schon neun Monate alte chinesische Wertarbeit – und wir erleben eine dieser Überraschungen, die man nie vergisst: Etwa 50 Paviane in mehreren Gruppen überqueren vor uns die Straße. Guido zieht den Schneck nach links von der Straße und wir trauen uns erst kaum auszusteigen, um die Tiere nicht zu verschrecken. Die Gruppe bewegt sich jetzt auf einem Berghang, der durch eine tiefe Schlucht eingekerbt wird. Zwischen den senkrechten Felswänden eröffnet sich ein fantastischer Ausblick auf das viele hundert Meter tiefer liegende Tal. Die Jungtiere beginnen nahe dem Abhang zu spielen und jagen und kugeln sich übermütig während die Erwachsenen sich zum Fressen und Lausen ruhig niederlassen. Wir ziehen die Fleecepullis drüber und schleichen uns mit den Kameras bewaffnet auf die gegenüberliegende Seite der Schlucht und dort sitzen wir für die nächste Stunde und sehen den Pavianen zu, wie sie spielen und streiten und in der senkrechten Felswand herumklettern.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen