Dienstag, 26. April 2011

NEWS-Ticker: Grenze – Harare – Lake Chiveru – Marondera – Schneck und Besatzung wohlauf


Und wenn jemand kommt und die Farm besetzen will? – Dann sagt Ihr einfach die Besitzer seien nicht da und sie sollen nächste Woche wieder kommen. Das leichte Unwohlsein in mir weicht einem Grinsen. Tina ist seit Jahren in der Situation, dass die Enteignung ihrer Farm jederzeit durchgesetzt werden könnte und nimmt die Lage mit Humor. Die haben vier Jahre gebraucht um uns zu finden, so abgelegen ist das hier. Erst als sie Aufklärungsflugzeuge eingesetzt haben um nach Farmen zu suchen, die gut in Schuss sind kamen sie wegen der Enteignung. Da waren wir eine Weile in unserem Sommerhaus in Malawi und sind wieder zurück als wir hörten dass hier niemand wohnt. Mit 50 Hektar ist das hier viel zu unrentabel, dafür interessiert sich keiner von Mugabes Generälen.

Tinas Mann haben wir am Lake Chiveru getroffen und sind gleich eingeladen worden eine oder zwei Nächte zu bleiben. Seine Frau hat uns dann beinah genau so spontan ein noch großzügigeres Angebot gemacht: Wir wollen über Ostern eine knappe Woche wegfahren – ihr könnt ja hierbleiben und die Farm genießen. Das mit dem Genießen ist kein Problem: Lili genießt es auszureiten, Fabian ist aus den herumstehenden Altautos nicht wegzubekommen und wir decken zum ersten Mal seit Monaten den Tisch mit feinem Keramik und sogar einer Tischdecke und versuchen gleichzeitig alle fünf Hunde zu kraulen. Da die Pferde und Hühner weitgehend von den Angestellten versorgt werden müssen wir nur ein bisschen Aufsicht führen und die Hunde und Katzen füttern und streicheln. Ferien auf dem Bauernhof.

Ich muss zugeben dass wir erst gezögert haben. Nach nur drei Tagen im Land schon wieder mehrere Tage an einem Ort zu verbringen kam uns seltsam vor. Zu sehr haben wir uns an das Immer-Weiter-Fahren gewöhnt und zu neugierig waren (und sind) wir auf das Östliche Hochland, die Ruinen von Great Zimbabwe, die Felsmalereien der San, die Victoriafälle… Zimbabwe verspricht viel und am 27. oder 28. werden wir uns auf den Weg machen es zu entdecken. Bis dahin backe ich noch einen Kuchen, lernt Lili noch besser reiten, spielt Guido Gitarre im Garten und Fabi Entdecker im Schrottauto.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen