NEWS-Ticker: Lilongwe – Liwonde NP – Zomba Plateau – Blantyre – Schneck und Besatzung wohlauf
Die Flussaue liegt in gleißendem Sonnenlicht. Palmen stehen in der Ferne als Silhouetten vor dem Fluss und hinter dem blauen Band des Shire erheben sich in der Ferne Berge. Das Gras steht hier meterhoch und höher, aber von unserer Position aus sind die kleinen Trupps von Antilopen, die hindurchziehen gut zu sehen. Mächtige Kuduböcke mit Mickymausohren und geschwungenem Geweih, zierliche, immer ein wenig nervös wirkende Impalas und Wasserböcke mit kuscheligem Fell teilen sich diesen Lebensraum mit Pavianen, Elefanten und Scharen von Wasservögeln.
Es sieht aus wie das Paradies, aber es ist ein bedrohtes Paradies. Der Liwonde Nationalpark ist ein Stiefkind unter den Nationalparks Afrikas: In wunderbarer Landschaft entlang des Shireflusses südlich des Malawisees gelegen und einst von großer Artenvielfalt steht er heute auf Messers Schneide. Während die malawische Regierung fleißig Lizenzen für den Bau weiterer Luxuslodges vergibt klafft ein großes Loch im nie fertiggestellten Zaun und täglich dringen Dutzende von Wilderern mit Fallen und Schlingen, Macheten und Speeren in den Park ein. Die meisten Löwen wurden vergiftet, die hübschen Lovebirds, in Europa begehrte Käfigvögel, zu Hunderten herausgefangen, Elenantilopen von einst Tausenden auf zwei Exemplare dezimiert – die traurige Liste ließe sich beinahe beliebig fortsetzen. Der Park hat inzwischen die traurige Berühmtheit erlangt die aggressivsten Elefanten Afrikas zu beherbergen, denn die eigentlich sanften Riesen vergessen nichts was ihnen angetan wird.
Es sieht aus wie das Paradies, aber es ist ein bedrohtes Paradies. Der Liwonde Nationalpark ist ein Stiefkind unter den Nationalparks Afrikas: In wunderbarer Landschaft entlang des Shireflusses südlich des Malawisees gelegen und einst von großer Artenvielfalt steht er heute auf Messers Schneide. Während die malawische Regierung fleißig Lizenzen für den Bau weiterer Luxuslodges vergibt klafft ein großes Loch im nie fertiggestellten Zaun und täglich dringen Dutzende von Wilderern mit Fallen und Schlingen, Macheten und Speeren in den Park ein. Die meisten Löwen wurden vergiftet, die hübschen Lovebirds, in Europa begehrte Käfigvögel, zu Hunderten herausgefangen, Elenantilopen von einst Tausenden auf zwei Exemplare dezimiert – die traurige Liste ließe sich beinahe beliebig fortsetzen. Der Park hat inzwischen die traurige Berühmtheit erlangt die aggressivsten Elefanten Afrikas zu beherbergen, denn die eigentlich sanften Riesen vergessen nichts was ihnen angetan wird.
Peter, der das Liwonde Safari Camp gleich neben dem Park führt, muss die Wilderer durch sein Camp ziehen lassen, denn die neuen Maßnahmen der Regierung zum Schutze des Wildes werden noch nicht umgesetzt: In Zukunft soll gegen die Wilderer härter vorgegangen werden und ein Spezialist, der die Ranger entsprechend ausbilden soll wurde engagiert. Es wird dauern bis in diesem armen Land die Bevölkerung die Wildtiere als Touristenmagnet begreift und es wird Maßnahmen brauchen die umliegenden Dörfer in den Schutz des Parkes einzubinden und auch selbst zu schützen – zur Zeit wandert jede Nacht eine Herden Elefanten am Zaun vorbei und fällt über den gerade reifenden Mais her.
Doch damit ist es nicht getan: Was ebenfalls fehlt ist eine tierärztliche Versorgung für jene Tiere, die von den Wilderern nur verletzt wurden und ein Wiederauswilderungsprogramm für beschlagnahmte (Jung)-tiere. Zur Zeit bleibt Peter nichts anderes übrig als das elende Sterben durch Fallen und Schlingen verletzter Tiere fotografisch zu dokumentieren. Dabei hat er durchaus Visionen: Auf seinem Gelände, dass unmittelbar an den Park angrenzt wäre genug Platz für ein Sanctuary – eine Rettungsstation, wie es sie in anderen Parks bereits gibt. Mit der Hilfe von Volontären könnten Tiere dort ärztlich versorgt, gesund gepflegt und später wieder ausgewildert werden.
Halt an! Halt an! Da liegt ein Affenschädel! Wir sehen nichts, aber Lili ist sich sicher. Dann sehe ich ihn auch. Tatsächlich, wie hast Du das auf die Entfernung und hinter dem Grasbüschel gesehen? Ich kann es natürlich nicht lassen und steige vorsichtig um mich schauend aus, um das Anschauungsobjekt in Sachen Biologie in den Truck zu holen. Kurz darauf führen wir eine nicht ganz neue Diskussion. Nein, Du kannst ihn nicht mitnehmen. – Warum nicht? Ich könnte ihn doch ein bisschen waschen und er stinkt auch fast gar nicht! – Nein, Lili, glaub mir, er wird stinken und außerdem ist das hier ein Nationalpark und da darf man nichts mitnehmen und an der Grenze bekämen wir auch Ärger. – Warum? – Weil es verboten ist, Teile von Tieren auszuführen, das weißt Du doch. Und jetzt wirf ihn bitte aus dem Fenster. – Ich darf ihn aus dem Fenster werfen. – Ja, sicher, der ist schon tot. – Juchuu! Unter Gelächter werde ich den Schädel wieder los. Biologie steht in der 6. Klasse gar nicht auf dem Lehrplan aber heute ist Doppelstunde. Mama, Mama, guck mal – hast Du schon mal so einen winzigen Frosch gesehen? Nein, habe ich nicht und ich habe auch keine Ahnung wie das weniger als einen Zentimeter messende Tierchen es bis auf die Rückbank der Kinder geschafft hat, aber ich habe so meine Vermutung.
Nachdem wir den armen Kerl erfolgreich wieder ausgewildert haben (irgendwann erwischt mich noch ein Elefant, ich weiß es genau) treten wir den Rückweg an. Diesmal fahren wir mit viel mehr Zutrauen über die kleine Holzbrücke, die Guido auf dem Hinweg noch genau unter die Lupe genommen hat (Elefanten hin oder her, die ziehen uns auch nicht raus, wenn die Brücke unter dem Schneck zusammenbricht). Gleich dahinter sehen die Kinder und Guido eine Bewegung im Gebüsch: Ich glaub da kämpfen zwei Impalaböcke! So leise wie er kann schleicht der Schneck näher – und bringt einen einzelnen Bock arg in Verlegenheit, der sich einen umgestürzten Baum als Sparringspartner ausgesucht hat und sich nun betont lässig und vermutlich hochrot unter dem schönen Fell trollt. Wir lieben diesen Park, dessen Landschaft so urzeitlich anmutet und der in dieser Jahreszeit voller bunter Schmetterlinge ist.
Nachdem wir den armen Kerl erfolgreich wieder ausgewildert haben (irgendwann erwischt mich noch ein Elefant, ich weiß es genau) treten wir den Rückweg an. Diesmal fahren wir mit viel mehr Zutrauen über die kleine Holzbrücke, die Guido auf dem Hinweg noch genau unter die Lupe genommen hat (Elefanten hin oder her, die ziehen uns auch nicht raus, wenn die Brücke unter dem Schneck zusammenbricht). Gleich dahinter sehen die Kinder und Guido eine Bewegung im Gebüsch: Ich glaub da kämpfen zwei Impalaböcke! So leise wie er kann schleicht der Schneck näher – und bringt einen einzelnen Bock arg in Verlegenheit, der sich einen umgestürzten Baum als Sparringspartner ausgesucht hat und sich nun betont lässig und vermutlich hochrot unter dem schönen Fell trollt. Wir lieben diesen Park, dessen Landschaft so urzeitlich anmutet und der in dieser Jahreszeit voller bunter Schmetterlinge ist.
Das Wetter auf dem Zomba Plateau zwei Stunden weiter ist Kontrastprogramm und überrascht uns mit Nebel, Kälte und Regengüssen. Beeindruckende Schwaden, eher Wolken als Nebel umgeben uns. Überall tropft es: Von den langen Nadeln der Bäume, den kleinen bunten Blumen am Wegesrand und von unseren Kapuzen. Erstaunlich, dass auch hier noch Schmetterlinge vorkommen, aber wir sehen wieder sehr viele der schillernden Falter. Was wir nicht sehen ist der Ausblick am Aussichtspunkt – zu dicht ist der Nebel um uns herum und wir sind froh bei der Anfahrt noch einige der grandiosen Ausblicke über die Ebene hinweg bestaunt zu haben.
Wir campen auf einer ehemaligen Forellenfarm, die leider inzwischen außer Betrieb ist und erste Spuren von Verfall zeigt und halten uns überwiegend im Truck auf. Eine vierstündige Wanderung durch die verbliebenen Nadelwälder (der ungehemmte Holzeinschlag der letzten Jahre hat zu traurigen Anblicken geführt) lässt uns tropfnass und durchgefroren zurückkommen und wir machen ein großes Lagerfeuer um unsere Sachen zu trocknen bevor wir uns wieder in unser gemütliches Schneckenhaus zurückziehen. In der Nacht regnet es so stark, dass wir morgens fluchtartig aufbrechen und uns auf den Weg nach Blantyre machen.
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