Grenze nach Tansania überquert – noch mehr Strandtage – Korogwe -- alle wohlauf und überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung
Der ist ganz weich! Jetzt ist er mir wieder durch die Finger gerutscht. – Du mußt schon richtig festhalten. Von oben! Er springt doch immer nach oben. Laß mich mal!.... Oh, jetzt ist er mir auch wieder entwischt. Lili und ich knien in Korogwe neben dem Klo des White Parrot Hotels auf dem Boden und versuchen einen kleinen verirrten Frosch einzufangen. Wir müssen ein komisches Bild abgeben, aber zum Glück sind wir derzeit die einzigen Campinggäste und so bleibt die Rettungsaktion unbemerkt.
In das verschlafene Städtchen, das eigentlich recht malerisch vor der Kulisse der Usambaraberge liegt, dem aber durch den Bau der neuen Durchgangsstraße der Ortskern ebenso wie der Charme abhanden gekommen ist haben uns ein schwerer Koffer und zwei Briefe unserer Kirchengemeinde für die Partnergemeinde in Korogwe geführt. Der Ort zeugt noch von deutscher Kolonialvergangenheit, einige leider halb verfallene Häuser im alten Teil sehen überraschend vertraut aus, während der neuere Teil durch die üblichen Baracken mit Wellblechdach glänzt. Das schönste an Korogwe sind die großen Flammenbäume, die zur Zeit in voller Blüte stehen und das bizarrste ist die Verkaufsausstellung eines Schreiners, der zwischen soliden Bettgestellen und einem altmodischen Waschtisch mit Spiegelaufsatz einen schlichten Sarg präsentiert.
Heute morgen haben wir Abschied genommen vom badewannenwarmen Indischen Ozean, wo wir die letzten Tage südlich von Tanga verbracht haben und uns Richtung Westen auf den Weg gemacht. Ich leg den Fleecepulli mal besser nach oben, bestimmt wird es in den Bergen wieder kalt. hat unsere Tochter überlegt und Guido, der mit durchgeschwitztem Hemd nach einem kurzen Gang zur Rezeption in seinem Stuhl hing grinste: Was glaubt ihr eigentlich wie warm es hier ist? – Keine Ahnung, etwas schwül aber nicht wirklich heiß. Vielleicht so 28 Grad? – Laut dem Thermometer an der Rezeption sind es 38. – Was?! Das kann doch nicht sein…? Heute abend sitzen wir neben einem blinkenden Weihnachtsbaum im Restaurant und versuchen uns an den Gedanken zu gewöhnen, dass bald Weihnachten ist. Im Fernsehen fällt digitaler Schnee und eine Blondine singt Weihnachtslieder -- Fabian fängt haltlos an zu kichern als Guido laut überlegt ob wir dem ausgestopften Impalakopf an der Wand vielleicht eine Christbaumkugel ins Maul schieben könnten. Rudolf das Rentier haben übrigens auch schon gesehen, es stand vor ein paar Tagen plötzlich am Strand und wartete auf Kunden. Äääh, na gut, ich bin nicht mehr so ganz sicher wie Rentiere eigentlich aussehen. Sie sind sehr groß und hochmütig und haben einen Höcker, nicht wahr?
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