Montag, 27. September 2010

Die Rundfahrt durch Dörfer und Kleinstädte verdanken wir den neuesten Informationen über den Strassenzustand: Die Wüstenautobahn soll in einem so schlechten Zustand sein, dass die von den Chinesen entlang des Nils gebaute Strasse auf jeden Fall vorzuziehen ist. Von dieser gehen zum Glück überall nicht asphaltierte Stichstrassen und Schleifen ab, so dass wir zwischen schnellem und langsamem Vorankommen nach Belieben wechseln können.


In Dongola packt uns mittags der Hunger, aber zunächst können wir kein Restaurant oder ähnliches finden. Also fragen wir den nächstbesten Mann auf der Strasse. Der spricht zwar kein Wort Englisch, aber da food und ful (die sudanesische Grundnahrung aus braunen Bohnen) sich ähnlich anhören verstehen wir uns doch. Der gute Mann schiebt strahlend hinter sich ein Metalltor auf – und da ist die Küche im Torbogen und dahinter im Hof Tische und Stühle. Wir bestellen Essen mit viel Gestik und Lachen Essen für vier und er macht sich an die Arbeit: Ful mit Schafkäse und reichlich Öl, gebratene Leber auf zweierlei Art mariniert, ein Dip aus Sauermilch, Zwiebeln und Kräutern und ein weiterer aus Kichererbsenmus mit scharfen Peperoni. Dazu gibt es natürlich Brot, dass auch als Besteck dient – zum ersten Mal müssen die Kinder mit den Fingern und aus der gemeinsamen Schüssel essen und Fabi tut sich überraschend schwer. Lili genießt das Essen und strahlt so, dass der Koch noch schnell zum Markt läuft und noch frischen Salat für uns besorgt.

Dank der chinesischen Strasse schaffen wir es bis Karima wo wir Michael und Hubert mit ihren Motorrädern wiedertreffen und die Nacht an einer grandiosen Stelle am Stadtrand im weichen Wüstensand campen.

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