Samstag, 14. August 2010

NEWS-Ticker: Venedig bezaubernd – Fähre öde – Meer leicht bewegt – Ramadan hat begonnen – alle seefest und wohlauf

Einen ganzen Tag lang sind wir unermüdlich durchs sonnigheiße Venedig gelaufen und haben doch nur einen ganz kleinen Teil gesehen.
Dank Lilis Entschlossenheit sich durch nichts – auch nicht durch ellenlange Menschenschlangen – von der Besichtigung der Markuskirche abbringen zu lassen haben wir ca. 4000qm überwiegend goldene Mosaiken, die mit unzähligen Edelsteinen verzierte Rückwand des Altarbildes, prächtige Schatzkammern und vom Zahn der Zeit angenagte Fußböden bewundert und die lebensgroßen Bronzepferde aus der Nähe bestaunt.
Der Markusplatz selbst entlockte den Kindern schon ob seiner enormen Größe staunende Ausrufe, Guido und mir eher entsetzte angesichts der Preise in den umliegenden Cafés. Man mag uns geizig nennen, aber 9 Euro für einen Espresso plus 6 Euro pro Person für die Musik, die gar nicht spielte – da sind wir aufgestanden und gegangen. Die vielen hübschen Piazzas und unzählige Brücken, malerische Gässchen und feines Konfekt in einem versteckter gelegenen Café haben uns sofort wieder mit der Stadt versöhnt.
Ganz zum Schluss sind wir eher zufällig über die Klosterkirche der Franziskanerbrüder gestolpert und haben auch diese noch besichtigt. Meine Vorstellung einer schlichten Kirche im Geiste Franz von Assisis erwies sich allerdings als Illusion. Auch diese – aus schlichten roten Ziegeln gebaute Kirche - erstrahlte innen in venezianischer Pracht und Üppigkeit, mit unglaublich detailreichen Intarsienarbeiten am Chorgestühl und monumentalen Grabmälern.

Die Suche nach dem Fähranleger und das Einchecken auf die Visemar one am nächsten Tag waren dagegen obwohl problemlos unendlich öde und erstaunlich ermüdend, wenn man bedenkt, dass wir eigentlich nur herumgesessen haben. Die Fähre selbst ist sauber und komfortabel, nur zu einem Drittel belegt, leider überhaupt nicht auf Kinder eingerichtet und recht öde.
Bei Sonnenuntergang hat uns allerdings der arabische Gesang aus dem Lautsprecher überrascht: Offenbar hat der Ramadan angefangen und unsere muslimischen Mitreisenden strömen schlagartig hungrig guckend ins Bordrestaurant. Um diese Zeit sieht man auch kurz vollverschleierte Frauen durch die Gegend huschen, die ansonsten ihrer Kabine bleiben. Für die Kinder hat Mohammed wohl eine Ausnahmeregelung vorgesehen - sie laufen den ganzen Tag glücklich mit riesigen Chipstüten und künstlich bunten Eishörnchen durch die Gegend.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen