Montag, 20. Juni 2011

Zusammenfassung Namibia


Land: Namibia besteht zum größten Teil aus horizontaler und vertikaler Ödnis, darüber kann auch das lindgrüne Gras nach den Regenfällen nicht hinwegtäuschen. Halbwüste und Wüste haben ebenso wie die raue Atlantikküste ihren Charme, aber wer im Urlaub gerne Grün sieht ist hier falsch. Zwischen den landschaftlichen Höhepunkten liegen oft sehr lange und mitunter langweilige Fahrstrecken. Da das Land so dünn besiedelt ist sind kaum Menschen zu Fuß unterwegs und oft fährt man an endlosen Zäunen entlang. Die Straßen allerdings sind – obwohl meist ungeteert – sehr gut, so dass längere Tagesetappen problemlos möglich sind. Die touristische Infrastruktur ist sehr gut, das Land gilt als sicher und die Landessprache ist zwar Englisch aber Deutsch wird vielerorts zumindest verstanden zumal es dem Afrikaans sehr ähnlich ist. Kein Wunder, dass die meisten Touristen denen man begegnet deutschsprachige Europäer über 50 sind ;-).

Leute: Schwarz und Weiß scheinen in Parallelwelten zu leben, deren Berührung ängstlich vermieden wird. Der Besuch lokaler Märkte oder Restaurants ist nicht zu empfehlen und auch sonst wird man von der schwarzen Bevölkerung bestenfalls freundlich distanziert betrachtet – oder einfach ignoriert. Man bewegt sich zwangsläufig unter den (sehr gastfreundlichen) Weißen, die nur 7% Anteil an der Gesamtbevölkerung haben, aber 85% des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften. Das ist bequem, aber auf die Dauer etwas einseitig. Die Himba im Norden und die farbenprächtigen Kleider der Herero waren seltene, aber faszinierende Einblicke in die andere Welt. Die Museumsdörfer der einzelnen Stämme haben wir nicht besucht, sie erinnerten uns ein wenig zu sehr an Disney – wer allerdings zum ersten Mal in Afrika ist findet sie sicher interessant gemacht.

Tiere: Namibia glänzt nicht nur mit dem Etosha-Nationalpark und zahllosen (oft privaten) Schutzgebieten, man sieht auch immer wieder Wildtiere außerhalb der Parks. Neben zahllosen Springböcken, Straußen und Oryxantilopen tummeln sich auch Giraffen und Elefanten gelegentlich auf oder neben der Fahrbahn. Auch von freilebenden Raubkatzen haben wir gehört. Uns werden vor allem die Seelöwen bei Cape Cross im Gedächtnis bleiben, die Ginsterkatze nachts im Camp und die scheuen Strauße, die wir nie von vorne fotografiert bekamen.

Highlights: Löwen im Etosha, Elenantilopenkoteletts bei Adri und Hanel, die Himba, Kakteen und zahme Erdmännchen am Brandberg, Seelöwen am Cape Cross, Fish River Canyon, Rosenquarzmine bei Grünau

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