NEWS-Ticker: Namib Naukluft – Namibrand – Aus – Fish River Canyon – Grünau – Schneck und Besatzung wohlauf
Namibia ist bunt nach dem Jahrhundertregen der letzten Wochen und die Fahrt entlang der Namibwüste gerät zu einer ungewöhnlichen Erfahrung. Wo nur oranger Sand sich gegen den blauen Himmel abheben sollte bedeckt zartes Grün die weiten Ebenen und den größten Teil der Dünen, und den blaugrauen Himmel zieren Regenbogen. Fette Oryxantilopen und glücklich grasende Rinder am Straßenrand sind deutliches Zeichen, dass auch diese Wüste lebt – sobald sie Wasser hat. Die Piste von Windhoek bis Aus zieht sich entlang der Namib, windet sich gelegentlich durch sanfte Hügel und einsame Farmen. Immer wieder sehen wir Strauße, Springböcke und Oryx und zweimal spielen Schakale gleich neben der Schotterstraße, aber wir öffnen nur selten die Fenster zum Fotografieren, denn es ist lausig kalt und windig in dieser Gegend. Der geplante Besuch der Geisterstadt bei Lüderitz fällt ebenso aus wie das abendliche Grillen – die Fahrt durch das Diamantensperrgebiet zur Küste scheint in diesem Wetter wenig attraktiv und wir wenden uns lieber gen Südosten, der Sonne auf der Spur.
Die Sonne holt uns am Fish River Canyon ein. Die 160km lange Schlucht öffnet sich abrupt in der Ebene, die in voller Blüte steht. Die Farben sind glasklar und schwerelos: Die im Morgenlicht sandsteinfarbenen Felsformationen liegen zwischen Himmelsblau und Bergwiesen: Purpurfarbene Sukkulenten, stacheliges Zitronengelb und transparentes Lavendelblau und dazwischen die ockerfarben blühenden Köcherbäume mit ihren weißlichen Stämmen. Die Pflanzen sind perfekt an die lebensfeindliche Umgebung angepasst. Wir finden viele wasserspeichernde Arten, Wolfsmilchgewächse, dornenbewehrte Früchte und Zweige und beinah blattlose Gräser. Alles zielt nur darauf ab in den wenigen wasserreichen Wochen Blüte und Samenbildung rechtzeitig abzuschließen. Es eilt – in wenigen Wochen liegt hier eine Geröllwüste unter gleißender Sonne.
Nur wenige Kilometer weiter sehen wir rosa. Die Rosenquarzmine auf der 15000 Hektar großen Farm von Dolf und Kinna bei Grünau liegt still unter dem blauen Himmel. In dem weißlichen Gestein sind überall Flecken und Taschen in allen Rosaschattierungen zu erkennen und der Boden ist bedeckt von kleinen und kleinsten Bruchstücken. Lilian und Fabi dürfen sich die Taschen füllen und wir alle halten immer wieder begeistert ein besonders schönes Stück in das gleißende Licht. Das ist reine Schönheit, die uns gerade in der rohen Form beeindruckt. Da werden nicht nur die Kinder zu Steinesammlern.
Montag, 20. Juni 2011
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