News-Ticker: Twyfelfontein – Brandberg – Cape Cross - Swakopmund – Walvis Bay – Namib Naukluft – Windhoek – Schneck und Besatzung wohlauf
Es ist unglaublich heiß und unglaublich ruhig. Die gravierten Felsen, auf denen sich Giraffen, Oryx und ein Schamane in Löwengestalt tummeln wirken wie ein Backofen in der staubigen Umgebung. Dennoch klettern wir unserem Führer Charles eifrig hinterher um auch ganz bestimmt nichts zu verpassen. Wieder mal ein Weltkulturerbe, das die San uns aus grauer Vorzeit hinterlassen haben – aber welch ein Unterschied zu den vernachlässigten oder gar vergessenen Stätten in Tansania. Sorgfältig angelegte Pfade und Aussichtsplattformen bringen uns überall bequem hin, und unser Führer erklärt kompetent und interessant. Zur Freude der Kids spricht Charles sogar ein wenig nordisch gefärbtes Deutsch und spielt Wer findet zuerst den Elefanten? mit uns. Keine Frage - die Kinder sind immer schneller als wir.
Zurück am Truck entdecken wir mehrere hübsche, weißgeflügelte Stare, die die großen Außenspiegel des Schnecks besetzt halten – clevere Kerlchen, die gelernt haben, dass Touristen nach der Besichtigung nicht nur die Wasserflaschen aus dem Auto holen. Einer frißt mir gar aus der Hand und wir lassen die Bande nur ungern zurück um zur nächsten Attraktion bei Twyfelfontein zu fahren. Der versteinerte Wald (Steine, die tatsächlich vor Jahrmillionen einmal Holz waren und auch noch so aussehen), der verbrannte Berg (nein, nicht wirklich, er sieht nur so aus), Orgelpfeifen aus Basalt und lumpig aussehende uralte Welwitschiapflanzen warten auf uns.
Nach dem anstrengenden Besichtigungsprogramm gönnen wir uns am Fuße des Brandbergs zwei Tage Erholung bevor wir in die deutsche Kolonialgeschichte eintauchen und nach Swakopmund weiterfahren. In Swakop wohnen die meisten deutschstämmigen Namibier und pflegen eine Kultur wie sie deutscher nicht sein könnte: dunkles Brot, Bier, Eisbein und ein blitzsauberes Städtchen mit Karnevalsverein, deutscher Zeitung, deutscher Schule usw. – es ist wie Deutschland aus dem Bilderbuch mit ein paar exotischen Zugaben wie Zebrasteaks und Oryxbraten auf der Speisekarte und Schuhgeschäfte, die Schuhe aus Kudu- oder Robbenleder führen.
Robben. Ohrenrobben, um genau zu sein. Wir haben ungezählte Fotos von vielleicht hunderttausend oder mehr Seelöwen gemacht, wir haben Seelöwen gehört (die Jungtiere machen Määäh wie ein Lamm!), gerochen (nicht zu empfehlen, aber nicht zu vermeiden bei so vielen Tieren) und gestreichelt und sind bezaubert von ihrem Charme und ihrer Klugheit. Mitgenommen haben wir allerdings keinen – der hätte neben dem Eselfohlen, dem Zebra und dem Babyelefanten keinen Platz mehr gefunden, die Erdmännchen erschreckt und zu viel Wasser verbracht. Im Ernst: Es ist ganz gut, dass man sich als Eltern auf die Zollbehörden berufen kann, wenn es gilt tierische Mitfahrer abzulehnen.
Der Weg nach Windhoek führt uns wieder in die Einsamkeit, durch den Namib Naukluft Park und weiter über den Gemsbockpass, den der Schneck gewohnt zügig erklommen hat und nun frieren wir in Windhoek, denn es wird zumindest nachts eisig kalt.
Sonntag, 5. Juni 2011
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Hallo Ihr Lieben,
AntwortenLöschenjeder Post von euch wird von uns verschlungen... Da bin ich ja gespannt auf die Honigdachsbilder! Wir haben hier ja nur so langweilige Tiere wie Laufenten (inzwischen 8), Katzen (inzwischen 6 - *räusper*) und Hühner (inzwischen 44). Bis bald! Seit schön tapfer und genießt ganz besonders die letzten Wochen... Grüssle, Bärbel